Kaufratgeber
Leinen waschen: Temperatur, Trocknen, Bügeln
Leinen lässt sich leicht waschen und wird mit jeder Wäsche weicher. Mit ein paar einfachen Handgriffen behält es Farbe, Fall und Geschmeidigkeit über Jahre – hier sind sie, von der ersten Wäsche bis zur Aufbewahrung.
Warum Leinen pflegeleicht ist
Leinen ist eine lange, kräftige Faser, die von Natur aus strapazierfähig ist – in nassem Zustand sogar noch reißfester. Sie verträgt die Maschinenwäsche sehr gut und bildet keine Knötchen. Was ihr schadet, ist nicht das Wasser, sondern das Zuviel: zu heißes Waschen, zu starkes Schleudern, zu heißes Trocknen und aggressive Mittel. Gewaschenes Leinen, das bereits am Ende der Herstellung weich gewaschen wurde, ist noch unkomplizierter: Es braucht weder Stärke noch Bügeleisen.
Bei wie viel Grad Leinen waschen?
Für Bettlaken, Bettbezüge, Kissenbezüge und Handtücher aus Leinen ist 40 °C im Schon- oder Leinenprogramm die richtige Alltagseinstellung. Weißes und naturfarbenes Leinen verträgt gelegentlich 60 °C, etwa nach einer Krankheit oder für viel benutzte Badwäsche. Heißer gewaschen nutzt sich die Faser schneller ab und die Farben verblassen. Für kräftige Töne reichen oft 30 °C. Maßgeblich ist immer das Pflegeetikett des jeweiligen Stücks.
Welches Waschmittel?
- Ein mildes Flüssigwaschmittel, für Farben möglichst ohne optische Aufheller: Sie hellen künstlich auf und können natürliche Farbtöne verändern.
- Sparsam dosieren: Zu viel Waschmittel wird schlecht ausgespült und macht die Faser rau.
- Keine Bleiche: Sie schwächt die Faser und lässt Leinen vergilben.
- Kein Weichspüler: Er legt einen Film auf die Faser, mindert ihre Feuchtigkeitsaufnahme und macht sie auf Dauer unangenehmer. Leinen wird von allein weicher, Wäsche für Wäsche.
Die erste Wäsche
Waschen Sie neue Leinen-Bettwäsche vor dem ersten Gebrauch, allein oder mit ähnlichen Farben. Kräftige Töne (Grün, Terrakotta, Anthrazit) können in den ersten zwei, drei Wäschen leicht ausbluten – anfangs also separat waschen. Die erste Wäsche entfernt außerdem eventuelle Rückstände aus der Ausrüstung und bringt die Weichheit des Stoffs sofort zur Geltung. Das gilt für jede Leinen-Bettwäsche, vom Bettlaken aus gewaschenem Leinen bis zur kompletten Garnitur. Waschen Sie dabei Bezug, Laken und Kissenbezüge möglichst gemeinsam: So altern die Farben gleichmäßig und die Garnitur bleibt über die Jahre einheitlich.
Leinen in der Maschine: die richtigen Einstellungen
- Trommel nur zu etwa zwei Dritteln füllen. Leinen braucht Bewegungsfreiheit; zu eng gepackt entstehen harte Knicke.
- Mäßig schleudern, etwa 800 Umdrehungen pro Minute. Sehr starkes Schleudern prägt Falten ein, die sich kaum glätten lassen.
- Knöpfe und Verschlüsse von Bettbezügen schließen und die Bezüge auf links drehen, um die Farbe zu schonen.
- Leinen nicht mit Frottee oder Kleidung mit Reißverschluss waschen: Sie können Fäden ziehen oder Flusen abgeben.
Auch Handwäsche ist möglich, in lauwarmem Wasser, ohne Reiben und Auswringen: Das Wasser sanft herausdrücken.
Trocknen: Leine oder Trockner auf niedriger Stufe
Ideal ist das Trocknen an der Luft. Schütteln Sie die Wäsche nach dem Waschen kräftig aus und hängen Sie sie glatt auf, möglichst im Schatten: Starke, wiederholte Sonne kann Farben aufhellen. Im Trockner eine niedrige Temperatur wählen, die Wäsche leicht feucht herausnehmen und an der Luft fertig trocknen lassen. Zu heiß und zu lang getrocknet wird Leinen steif und kann einlaufen.
Läuft Leinen ein?
Ungewaschenes Leinen kann bei der ersten Wäsche um einige Prozent einlaufen. Gewaschenes Leinen hat diesen Schritt bereits hinter sich, was das Einlaufen stark begrenzt. Das Hauptrisiko ist Hitze: sehr heißes Wasser und Trockner auf hoher Stufe. Bei 40 °C und schonendem Trocknen bleiben die Maße stabil.
Muss man Leinen bügeln?
Bei gewaschener Leinen-Bettwäsche nicht: Die leichte Knitterung gehört zu ihrem Charme und Komfort. Für eine glattere Optik leicht feucht auf mittlerer bis hoher Stufe von links bügeln, damit die Faser nicht glänzt. Für Vorhänge oder Tischdecken genügt ein Dampfbügeleisen oder ein Steamer. Ein einfacher Trick: Den noch leicht feuchten Bettbezug direkt über die Decke ziehen – er glättet sich beim Trocknen.
Wie wird Leinen weicher?
Leinen wird mit der Zeit und mit jedem Gebrauch weicher. So beschleunigen Sie das, ohne der Faser zu schaden:
- Häufig waschen. Jeder Waschgang entspannt das Gewebe ein wenig mehr.
- Etwas Essig (ein kleines Glas Haushaltsessig) ins Weichspülerfach geben: Er löst Waschmittelreste, die die Faser rau machen, und riecht nach dem Trocknen nicht mehr.
- Trocknerbälle aus Wolle bei niedriger Temperatur: Sie klopfen die Wäsche sanft weich.
- Sehr festes neues Leinen einige Stunden in lauwarmem Wasser mit einem Löffel Natron einweichen und danach normal waschen.
Gewaschenes Leinen ist schon ab der ersten Nacht geschmeidig; diese Handgriffe verstärken den weichen Griff nur noch.
Flecken
- Schnell handeln und kaltes Wasser nehmen: Heißes Wasser fixiert Eiweißflecken (Blut, Milch, Ei).
- Wein oder Kaffee: abtupfen, nicht reiben, kalt ausspülen, mit etwas Gallseife einreiben und dann waschen.
- Fett oder Make-up: etwas Spülmittel oder Gallseife einige Minuten einwirken lassen, dann waschen.
- Aggressive Fleckentferner und viel Natron bei dunklen Farben vermeiden.
Leinen aufbewahren
Vollständig trocken falten und in einem luftigen Schrank lagern, vor direktem Sonnenlicht geschützt. Keine Plastikhüllen: Leinen muss atmen. Mindestens zwei Garnituren pro Bett im Wechsel verlängern die Lebensdauer. Dieselbe Pflege gilt für Ihre Tischwäsche aus Leinen, Ihre Leinenvorhänge (allein bei 30 °C waschen und feucht wieder aufhängen) und Ihre Badtextilien.
Häufige Fragen
Darf Leinen in den Trockner?
Ja, bei niedriger Temperatur und leicht feucht herausgenommen. Das Trocknen an der Luft bleibt für die Faser am schonendsten.
Warum ist mein Leinen nach dem Waschen hart?
Meist wegen zu viel Waschmittel, kalkhaltigem Wasser oder zu langem Trocknen in praller Sonne. Weniger dosieren, Essig in den Spülgang geben und die Wäsche vor dem Aufhängen ausschütteln.
Leinen oder Baumwolle: was ist pflegeleichter?
Beides ist maschinenwaschbar; Leinen knittert mehr, trocknet aber schneller und muss als gewaschenes Leinen nicht gebügelt werden. Unser Vergleich Leinen oder Baumwolle erklärt die Unterschiede, und unser Ratgeber zum Bettbezug aus gewaschenem Leinen hilft bei der Wahl der Größe.



