Kaufratgeber
Wandlampe im Schlafzimmer: richtig auswählen
Links und rechts vom Bett an der Wand montiert, macht die Wandlampe den Nachttisch frei, bringt das Licht genau dorthin, wo Sie lesen, und sorgt für eine sanftere Stimmung als eine Deckenleuchte. Entscheidend sind die richtige Höhe, das passende Material und die richtige Lichtfarbe. Hier unsere konkreten Tipps.
Warum eine Wandlampe im Schlafzimmer
Eine Nachttischlampe belegt die Hälfte eines kleinen Nachttischs und wird leicht umgestoßen. Die Wandlampe hängt dagegen an der Wand: Auf dem Nachttisch bleibt Platz für Buch und Wasserglas, und das Licht kommt von weiter oben direkt auf die Seiten. Besonders praktisch ist sie in kleinen Schlafzimmern, hinter einem breiten Kopfteil ohne Platz für Nachttische oder über einem niedrigen Bett im Japandi-Stil.
Meist werden Wandlampen paarweise montiert, je eine auf jeder Bettseite, damit jeder lesen kann, ohne den anderen zu stören. Sie ergänzen eine Grundbeleuchtung (eine Pendelleuchte oder eine gedimmte Deckenleuchte), statt sie zu ersetzen.
In welcher Höhe neben dem Bett montieren
Die richtige Höhe hängt von Bett, Matratze und Ihrer Lesehaltung ab. Diese Richtwerte passen in den meisten Schlafzimmern:
- Höhe: Die Lichtquelle sollte etwas über Ihrer Schulter liegen, wenn Sie am Kopfteil lehnen – meist 60 bis 75 cm über der Matratze, je nach Betthöhe also etwa 120 bis 150 cm über dem Boden.
- Seitlicher Abstand: direkt über dem Nachttisch oder 15 bis 30 cm neben der Bettkante. Zu nah an der Mitte stört das Licht den schlafenden Partner.
- Mit Kopfteil: Die Lampe über oder direkt neben dem Kopfteil anbringen, nie auf Höhe der Oberkante, sonst entsteht ein Schatten.
- Der einfache Test: Setzen Sie sich mit einem Buch ins Bett, lassen Sie jemanden die Lampe an die Wand halten und markieren Sie mit Bleistift die Stelle, an der das Licht die Seiten blendfrei trifft.
Messen Sie vor dem Bohren und prüfen Sie die Ausladung: Eine Lampe, die 15 bis 25 cm in den Raum ragt, darf beim Aufsetzen nicht im Weg sein.
Welches Material
Das Material bestimmt, wie sich das Licht verteilt – nach der Höhe die wichtigste Entscheidung.
- Rattan: Das Geflecht wirft Schattenmuster an die Wand und macht das Licht weicher. Eine handgeflochtene Wandlampe aus Rattan macht das Schlafzimmer sofort warm und natürlich. Grafischer wirkt die weiße Rattan-Wandlampe in Kegelform mit ihrem strahlenförmigen Lichtkranz. Die Unterschiede der Naturfasern erklärt unser Ratgeber Rattan, Weide, Bast und Seegras.
- Holz: warm und zurückhaltend, passend zu einem Bett aus Eiche oder Nussbaum. Die kabellose Wandlampe aus Holz gibt es in heller Buche oder dunklem Nussbaum.
- Leinen: Ein Leinenschirm filtert das Licht wie ein Vorhang, ohne sichtbaren Lichtpunkt. Die Wandleuchte mit Leinenschirm und schwarzem Metallarm ist ein Klassiker, der überall passt.
- Messing: bringt eine warme, leicht nostalgische Note und bekommt mit der Zeit Patina. Kombiniert mit gehämmertem Bernsteinglas wie bei der Wandlampe aus Messing und Bernsteinglas entsteht ein goldenes, einhüllendes Licht.
- Keramik: undurchsichtig, lenkt sie das Licht nach oben und unten, ohne je zu blenden. Die Wandlampe aus geriffelter Keramik und Messing gibt es in drei Formen mit schwenkbarem Arm.
- Glas und Stein: Das Riffelglas der Muschel-Wandlampe (Cognac, Rauchgrau oder Milchweiß) hat Retro-Charme, die Wandlampe mit Naturstein-Scheibe lässt eingeschaltet die Maserung des Steins leuchten.
Eine schwarze Wandlampe gibt der Wand Struktur und wirkt klar vor heller Bettwäsche; Messing und Bernsteinglas wärmen weiße Wände; Rattan und Leinen passen zu sanften Interieurs. Alle Modelle finden Sie unter Wandlampen.
Warmes Licht: 2700 bis 3000 K
Im Schlafzimmer zählt die Lichtfarbe mehr als die Helligkeit. Wählen Sie Warmweiß zwischen 2700 und 3000 K: Das Licht ähnelt der klassischen Glühbirne, schmeichelt Naturmaterialien und ist vor dem Einschlafen angenehmer. Ab 4000 K wird es neutral, dann kühl – besser für den Schreibtisch.
- Zum Lesen: Eine LED mit etwa 400 bis 500 Lumen reicht für eine Bettleuchte; mehr blendet auf kurze Distanz.
- Farbwiedergabe: Ein Ra-Wert (CRI) ab 90 lässt Leinen und Holz nicht stumpf wirken.
- Dimmbarkeit: praktisch, um vom Leselicht zum sanften Nachtlicht zu wechseln.
- Sichtbares Leuchtmittel: Unter offenem Schirm oder Klarglas lieber eine opale Lampe oder eine Filament-LED mit geringer Leistung.
Mehrere unserer Wandlampen mit E27-Fassung werden je nach Modell mit warmweißer LED geliefert; bei den anderen steht auf der Produktseite, welches Leuchtmittel Sie benötigen.
Mit Kabel oder kabellos mit Akku
Die fest verdrahtete Wandlampe wird an die Hausinstallation angeschlossen, meist an einen Wandauslass. Das ist die sauberste Lösung ohne sichtbares Kabel und die langlebigste, setzt aber einen Stromanschluss an der richtigen Stelle voraus. Den Anschluss sollte eine Elektrofachkraft übernehmen, vor allem wenn neben dem Bett ein neuer Auslass nötig ist.
Die kabellose Wandlampe mit Akku lässt sich ohne Umbau anbringen – ideal zur Miete, wenn neben dem Bett kein Anschluss vorhanden ist, oder um eine Position erst einmal auszuprobieren. Unsere kabellose Wandlampe aus Holz lädt per USB, hält magnetisch an einer Wandplatte und lässt sich um 360° drehen, um das Licht aufs Buch zu richten. Der Preis dieser Freiheit: Der Akku muss je nach Nutzung regelmäßig geladen werden.
Wandlampe mit Schalter: vom Bett aus schalten
Nichts ist lästiger, als zum Ausschalten aufzustehen. Je nach Lampentyp gibt es mehrere Lösungen:
- Schalter an der Lampe: Manche Modelle haben einen Knopf, eine Zugschnur oder eine Touch-Bedienung am Gehäuse. Die kabellose Holz-Wandlampe etwa wird per Berührung ein- und ausgeschaltet und gedimmt.
- Wandschalter am Bett: Bei einer fest verdrahteten Lampe kann eine Elektrofachkraft auf jeder Seite einen Schalter in Reichweite setzen, auf Wunsch als Wechselschaltung mit dem Schalter an der Tür.
- Smarte Leuchtmittel: Eine vernetzte E27-Lampe lässt sich per Fernbedienung oder Smartphone schalten und dimmen, ohne die Wand anzufassen.
Prüfen Sie vor der Bestellung auf der Produktseite, wie die Lampe geschaltet wird und was Sie gegebenenfalls ergänzen müssen.
Japandi, Wabi-Sabi oder Vintage
In einem Schlafzimmer im Japandi- oder Wabi-Sabi-Stil passen schlichte Formen und Materialien, die das Licht filtern: Rattan, Leinen, matte Keramik, geöltes Holz. Montieren Sie die Lampe etwas tiefer, passend zum niedrigen Bett, und lassen Sie die Wand drumherum frei. Ein Paar Wandlampen aus Keramik oder Rattan, dazu gewaschene Leinen-Bettwäsche in Lehmtönen – fertig ist das Schlafzimmer.
Für einen Vintage-Look eignen sich Messing, Bernstein- oder Riffelglas, die an Leuchten der 1970er-Jahre erinnern. Halten Sie den Rest dann schlicht: Ein starkes Material pro Wand genügt.
Häufige Fragen
Wandlampe oder Nachttischlampe?
Die Wandlampe macht den Nachttisch frei und beleuchtet das Lesen besser; die Tischlampe lässt sich verstellen und braucht kein Bohrloch. In kleinen Schlafzimmern gewinnt meist die Wandlampe. Siehe auch unsere Nachttischlampen.
Braucht es zwei gleiche Wandlampen?
Bei einem Doppelbett wirkt ein identisches Paar ausgewogen. Bei einem Einzelbett an der Wand genügt eine.
Kann ich eine Wandlampe ohne Elektriker anbringen?
Ja, mit einem kabellosen Akku-Modell, dessen Wandplatte einfach angeschraubt wird. Für eine Lampe am Stromnetz beauftragen Sie eine Fachkraft.



